Wenn Du mit Home Assistant startest, stolperst Du sofort über dieselbe Frage: Welche Hardware ist die richtige? Und das ist absolut fair, denn die eine beste Lösung gibt es nicht. Manche wollen nur ein paar Lampen schalten. Andere bauen ein komplettes Smart Home mit Energie-Dashboard, Zigbee, Matter, Automationen und Sprachsteuerung. Die Anforderungen um Home Assistant im eigenen Lab zu betreiben, können dadurch recht unterschiedlich ausfallen.
Als Grundidee gilt: Home Assistant ist Software, die auf fast allem laufen kann, von einem kleinen fertigen Hub bis zu einem Mini-PC oder Server. Die Hardware entscheidet vor allem über drei Dinge: Stabilität, Geschwindigkeit und Wartungsaufwand. Wenn Du einfach nur willst, dass es läuft, ist offizielle Hardware oft die stressärmste Wahl. Wenn Du basteln willst oder schon Geräte herumliegen hast, kannst Du sparen, musst aber mehr selbst pflegen.
Ein guter Startpunkt ist, dir klarzumachen, was Du in 6 bis 12 Monaten vorhast:
- Bleibt es bei ein paar Integrationen oder kommen Zigbee, Matter, Kameras und viele Add-ons dazu?
- Willst Du Backups, schnelle Updates und möglichst wenig Ausfälle?
- Möchtest Du Voice direkt lokal, oder reicht dir erstmal Tippen im Dashboard?
Wichtig ist auch: “Hardware” heißt bei Home Assistant nicht nur der Rechner, auf dem es läuft. Es geht auch um Funkmodule (wie Zigbee und Thread), um Displays und um Mikrofone, wenn Du Sprachsteuerung willst.
Eine Orientierung wenn Du neu in dem Thema bist, nimm lieber etwas, das zuverlässig läuft und gute Backups zulässt. Du kannst später immer noch umziehen. Home Assistant macht Migration heute viel leichter als früher, vor allem wenn Du früh anfängst, sauber zu sichern.
Die beste Hardware ist die, die Du nicht dauernd anfassen musst. Wenn Du einmal verstanden hast, welche Bausteine Du brauchst, wird es deutlich entspannter. Im nächsten Abschnitt bekommst Du eine klare Übersicht über sinnvolle Plattformen, inklusive Home Assistant Server Hardware und was man unter Hardware Anforderungen in der Praxis verstehen sollte.
Hardware Home Assistant: Server, Mini-PC, fertiger Hub und echte Anforderungen im Alltag
Bei der Hardware geht es im Kern um den Rechner, der 24/7 laufen soll. Home Assistant selbst nennt auf der Installationsseite keine harten Mindestwerte, betont aber, dass Du es auf verschiedenster Hardware installieren kannst, zum Beispiel auf Odroid oder generischen x86-64 Systemen. Das heißt: Die Hardware Requirements hängen stark davon ab, was Du damit machst.
Wenn Du eine einfache und offizielle Lösung willst, ist Home Assistant Green ein typischer Einstieg. Das Lab läuft mit 4 GB RAM und 32 GB eMMC Speicher und ist als direkter Einstieg mit Plug-and-Play gedacht. Das ist für viele Haushalte eine solide Basis. Für mehr Flexibilität gab es Home Assistant Yellow. Auf der offiziellen Seite werden unter anderem CM4-Unterstützung und Boot von NVMe genannt. Wichtig für die Planung: Home Assistant hat am 15. Oktober 2025 kommuniziert, dass die Produktion von Yellow endet, Support soll es aber weiterhin geben.

Damit Du schnell ein Gefühl bekommst, hier eine kurze, praktische Auswahlhilfe:
- Offizieller Hub (z.B. Green): wenig Basteln, schneller Start, gute Option, wenn Du Stabilität willst.
- Mini-PC (x86): oft sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, viel Reserve für Add-ons, Datenbank, Logs und mehr.
- NAS / VM / Docker: sinnvoll, wenn Du es sowieso betreibst und weißt, was Du tust. Mehr Komplexität, aber flexibel.
- Raspberry Pi & Co.: kann funktionieren, ist aber stark von Speicher und Setup abhängig. Ich würde heute eher zu SSD statt SD-Karte tendieren, weil SD-Karten unter Dauerlast zickig werden können.
Beispiel Hardware: Mini-PC (x86) für Home Assistant
Ein typischer Sweet Spot ist ein kleiner Intel-N100-Mini-PC, die GMKtec NucBox G3 wird beispielsweise in Home Assistant Communities immer wieder genannt:
- CPU: Intel N100 – 4 Kerne/4 Threads, bis 3,4 GHz
- RAM: 4-8 GB reichen für normalen Betrieb; 16 GB sind entspannter, wenn später viele Add-ons und Integrationen dazukommen
- Speicher: 256 GB NVMe-SSD (M.2) – schneller und langlebiger als eine SD-Karte
- Netzwerk: 2,5-Gbit LAN nice-to-have, auch wenn Dein Router nur 1 Gbit kann
- Anschlüsse/Reserve: mehrere USB-Ports – praktisch für Funk-Dongles wie Zigbee/Thread
Vergleich Mini PC vs. Home Assistant Green vs. Home Assistant Yellow
| GMKtec NucBox G3 | Home Assistant Green* | Home Assistant Yellow | |
|---|---|---|---|
| CPU / SoC | Intel N100 (4C/4T, bis 3,4 GHz) | Rockchip RK3566 (4× Cortex-A55, 1,8 GHz) | Raspberry Pi Compute Module 4 (4× Cortex-A72, 1,5 GHz je nach CM4) |
| RAM | 16 GB DDR4-3200 SO-DIMM | 4 GB LPDDR4X | je nach CM4: typ. 2-8 GB |
| Interner Speicher | 512 GB M.2 2280 NVMe | 32 GB eMMC | je nach CM4/eMMC-Variante; zusätzlich M.2 NVMe möglich |
| Speicher-Erweiterung | zusätzlicher M.2 2242 SATA-Slot (zweites Laufwerk möglich) | microSD nur für Recovery | M.2 M-Key NVMe-Slot (PCIe x1) |
| Ethernet | 2,5-Gbit LAN | Gigabit LAN | Gigabit LAN |
| WLAN / Bluetooth | Wi-Fi 6 + Bluetooth 5.2 | kein Fokus; typischerweise Nutzung per LAN | optional je nach CM4-Variante (Wireless) |
| Zigbee/Thread/Matter | per USB-Dongle (z. B. SkyConnect/ZBT-1/ZBT-2) | per USB-Dongle (kein Funk integriert) | integriertes Funkmodul (Zigbee/Thread/Matter-fähig) |
| USB | 4× USB 3.x | 2× USB 2.0 | 2× USB 2.0 + 1× USB-C (Device/Recovery) |
| Stromversorgung | 12 V DC (Netzteil) | 12 V / 1 A | 12 V / 2 A oder PoE+ (je nach Kit) |
| Leistungsaufnahme | höher als Green/Yellow (PC-Klasse; stark lastabhängig) | sehr niedrig (wenige Watt) | niedrig bis moderat (je nach NVMe/Last) |
| Abmessungen | 114 × 106 × 42,5 mm | ca. 112 × 112 × 32 mm | ca. 123 × 123 × 36 mm |
| Status | normal verfügbar | aktuell im Verkauf | Produktion beendet, Support/Updates weiterhin vorgesehen |
Was heißt das für Home Assistant Hardware Anforderungen in normaler Sprache? Du brauchst einen Rechner, der stabil läuft, nicht ständig neu startet, und einen Speicher, der Dauerbetrieb aushält. RAM und CPU werden dann wichtig, wenn Du viele Add-ons nutzt, viele Integrationen hast, oder wenn Du später Voice lokal verarbeiten möchtest.
Home Assistant Matter Hardware: Thread, Zigbee und warum Funk oft wichtiger ist als CPU
Viele kaufen zuerst den Server und wundern sich dann, warum Geräte trotzdem zicken. Der Grund: Funk ist im Smart Home oft die echte Baustelle. Wichtig ist also, zu wissen, welche Standards man einsetzen möchte: “Was brauche ich zusätzlich, damit Matter und Thread sauber laufen?” Und hier ist die gute Nachricht: Du musst nicht alles neu kaufen, aber Du solltest das Thema bewusst planen.
Home Assistant unterstützt Matter als Integration und erklärt dabei auch, wie Thread Border Router funktionieren und warum sie relevant sind. Home Assistant kann zum Beispiel als Thread Border Router dienen, unterstützt aber auch Drittanbieter Border Router. Das ist wichtig, weil viele Matter-Geräte über Thread laufen und Du dann einen Thread Border Router brauchst, der die Thread-Welt mit deinem Netzwerk verbindet.
Praxis-Tipps, die dir Ärger sparen:
- Wähle bewusst, wo dein Border Router sitzt. Wenn er zentral steht und per Ethernet angebunden ist, ist das oft stabiler als irgendwo per WLAN.
- USB-Funksticks nicht direkt in den Server quetschen. Viele Probleme kommen von Störungen durch USB 3.0, Gehäuse, Kabelsalat. Ein kurzes USB-Verlängerungskabel kann schon helfen, weil du den Stick weg vom Störnebel bekommst.
- Matter ist nicht immer gleich Thread. Matter kann auch über WLAN laufen. Thread ist die Funktechnik dahinter, wenn es Matter-over-Thread ist.
- Ökosystem-Mix ist ok, aber kenne Grenzen. Home Assistant erwähnt zum Beispiel, dass OTA-Updates von Matter-Geräten aus Home Assistant nicht mit einem Apple Thread Border Router unterstützt werden. Das ist kein Weltuntergang, aber gut zu wissen, bevor Du dich wunderst.
Und was ist mit Zigbee? Viele Homes laufen heute parallel: Zigbee für Sensoren, Thread/Matter für neue Geräte, WLAN für Kameras und Steckdosen. Das ist normal. Wichtig ist, dass Du Funknetzwerke nicht zufällig baust. Ein sauberer Standort, stabile Stromversorgung und ausreichend Router-Geräte im Mesh (je nach Protokoll) machen mehr Unterschied als ein bisschen mehr CPU.
Smart-Home-Sicht: Wenn Dein Ziel “zuverlässig” ist, investiere zuerst in Funkqualität und Stromversorgung, dann in mehr Rechenleistung. Ein super schneller Server bringt wenig, wenn dein Zigbee-Stick schlecht steht oder Thread am Rand des Hauses hängt.
Home Assistant Voice Hardware und Dashboard: Sprachsteuerung, Assist und die richtige Anzeige im Alltag
Wenn Du das Smart Home richtig spüren willst, landet vieles bei Sprache und Dashboards. Die Lage hat sich in den letzten Jahren stark verbessert, aber ich bleibe ehrlich: Voice Control ist bei Home Assistant ein Bereich, der sich weiterentwickelt, und deine Erwartungen sollten realistisch sein.
Offiziell gibt es zum Beispiel tolle Anleitungen, wie Du ein ESP32-S3-BOX Gerät als Home Assistant Voice Assistant nutzt. Außerdem gibt es die Home Assistant Voice Preview Edition, die im Dezember 2024 gestartet ist, als dedizierte Hardware zum Erleben und Entwickeln des privaten Voice-Ansatzes. Wenn Du also nach Home Assistant Voice Control Hardware suchst, gibt es klare Einstiegspfade direkt von Home Assistant.

Wichtig: Wenn Du Voice komplett lokal machen willst, brauchst Du oft mehr Rechenleistung als Du für reine Automationen benötigen würdest. Als Empfehlung für voll lokale Sprachverarbeitung sollte man mindestens mit einem System auf Intel N100 oder stärker starten, ansonsten kann auch Home Assistant Cloud hilfreich für bessere Performance sein.
Jetzt zu Dashboards. Home Assistant Dashboard Hardware heißt in der Praxis oft: Tablet an der Wand, ein kleines Display am Eingang oder ein altes Handy als Statuspanel. Viele nutzen dafür Kiosk-Modus-Lösungen und zeigen die wichtigsten Entitäten an. Beispiele und Erfahrungen findet man häufig in Community-Projekten. Der Trick ist nicht das teuerste Tablet, sondern ein Setup, das im Alltag nicht nervt: stabile Stromversorgung, Display hell genug, Browser nicht träge(!).
Eine kurze Hardware-Checkliste, die sich bewährt:
- Voice-Satellit: gutes Mikro, brauchbarer Lautsprecher, stabiles WLAN oder Ethernet, zentraler Standort
- Serverleistung: mehr Reserve, wenn Du lokal Voice willst, sonst reicht oft weniger
- Dashboard: Display mit Dauerstrom, sauberer Wandhalterung, zuverlässigem Browser/Kiosk-Setup
- Privatsphäre: Mikro nur dort, wo Du es wirklich willst, und mit klarer Mute-Möglichkeit
- Wartung: Updates einplanen, Backups aktiv nutzen
Die beste Home Assistant Hardware ist die, die Du nicht dauernd reparieren musst
Wenn Du aus dem Artikel nur eine Sache mitnimmst: Entscheide zuerst, wie groß Dein Setup werden soll, dann wähle Hardware. Eine solide Basis (Hub oder Mini-PC), dazu saubere Funkplanung für Home Assistant Matter Hardware, und erst dann Voice und Dashboards.
Quellen und weitere Infos:
- Home Assistant – Installationsübersicht (abgerufen am 30. Dezember 2025)
https://www.home-assistant.io/installation/ - Home Assistant Green – offizielle Hardware-Spezifikationen (abgerufen am 30. Dezember 2025)
https://www.home-assistant.io/green/ - Home Assistant Blog – Ending production of Home Assistant Yellow (abgerufen am 30. Dezember 2025)
https://www.home-assistant.io/blog/2025/10/15/yellow-end-of-life/ - Home Assistant – Matter-Integration (abgerufen am 30. Dezember 2025)
https://www.home-assistant.io/integrations/matter/ - Home Assistant – x86-64 Installation (BIOS/UEFI: Secure Boot aus, UEFI an) (abgerufen am 30. Dezember 2025)
https://www.home-assistant.io/installation/generic-x86-64/ - Home Assistant – Voice Preview Edition (abgerufen am 30. Dezember 2025)
https://www.home-assistant.io/blog/2024/12/19/voice-preview-edition-the-era-of-open-voice/






