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Roomba erweitert Matter-Unterstützung auf weitere Saugroboter

Ein neues Firmware-Update von iRobot macht mehrere Roomba-Modelle offiziell Matter-fähig und damit direkt in diversen Smart Home Apps nutzbar. Neben dem bereits unterstützten Roomba Combo 10 Max erhalten nun auch die Serien Roomba Plus 500 Combo, Roomba Max 700 Vac und Roomba Max 700 Combo Zugriff auf smarte Steuerung. Brisant ist das Timing: Die Erweiterung fällt in die Phase von iRobots Chapter-11-Insolvenzverfahren und der geplanten Übernahme durch Shenzhen Picea Robotics.

iRobot hat in den vergangenen Wochen still ein Firmware-Update ausgerollt, das den Matter-Support zunächst für eine Handvoll aktueller Roomba-Modelle freischaltet. Die offizielle Liste der kompatiblen Geräte umfasst nun Roomba Plus 500 Combo, Roomba Max 700 Vac, Roomba Max 700 Combo sowie den bereits zuvor unterstützten Roomba Combo 10 Max. Damit weitet iRobot die Unterstützung über das bisherige Flaggschiff hinaus auf die Plus-500- und Max-700-Baureihen aus.

Technisch bedeutet die Matter-Freischaltung, dass die Roboter als standardisierte Staubsauger- und Wischgeräte im Netzwerk auftreten und sich plattformübergreifend koppeln lassen. Dadurch können die aktualisierten Modelle über Apple Home, Google Home, Amazon Alexa, Samsung SmartThings oder LG ThinQ in Szenen und Automationen eingebunden werden. Der große Vorteil: Die Roboter hängen nicht mehr an einer einzelnen Cloud-Integration, sondern nutzen mit Matter einen gemeinsamen Nenner der großen Plattformen.

Offen bleibt, wie es mit weiteren Roomba-Reihen weitergeht. Die Matter-Integration für die Combo-Modelle J7 und J9, die zwischenzeitlich entfernt wurde, ist bislang nicht wieder aufgetaucht. Ältere oder günstigere Serien fehlen ebenso in den aktuellen Kompatibilitätslisten. Hier bleibt abzuwarten, ob iRobot die Unterstützung noch nachrüstet oder sich auf wenige, höherpreisige Modelle konzentriert.

So funktioniert die Einbindung in Apple Home

Mit iOS 18.4 hat Apple die Unterstützung für per Matter angebundene Saugroboter in der Home-App freigeschaltet. Seitdem gelten die Roboter in Apple Home als eigene Gerätekategorie, werden aber ausschließlich über Matter und nicht mehr über klassische HomeKit-Bridges eingebunden. Für die Nutzung eines Roomba in Apple Home sind ein iPhone oder iPad mit iOS beziehungsweise iPadOS 18.4 oder neuer sowie ein eingerichteter Home-Hub erforderlich, typischerweise ein Apple TV oder HomePod.

Ist das Firmware-Update installiert, erscheint der Roomba in der iRobot-App als Matter-fähiges Gerät. Über den Menüpunkt für verbundene Dienste lässt sich anschließend Apple Home als Zielplattform auswählen; die App führt dann durch den Vorgang und stellt den notwendigen Matter-Code oder -QR bereit, der in der Home-App gescannt wird.

In der App taucht der Saugroboter danach in der Home-App neben Licht, Steckdosen oder Sensoren auf. Apple unterstützt aktuell vor allem Grundfunktionen: Starten und Stoppen von Reinigungsdurchläufen, Umschalten zwischen Saugen und Kombimodus mit Wischen, das Ansteuern von kompletten Etagen oder einzelnen Räumen sowie die Einbindung in Szenen und Automationen. So lässt sich der Roomba etwa automatisch starten, wenn alle Bewohner das Haus verlassen, wenn ein bestimmter Zeitpunkt erreicht ist oder wenn ein anderer Sensor, etwa ein Kontaktsensor an der Haustür, auslöst.

Komplexere Funktionen wie detaillierte Kartenverwaltung, No-Go-Zonen, Reinigungsprotokolle oder KI-gestützte Objekterkennung verbleiben vorerst der iRobot-App vorbehalten. Apple Home agiert eher als übergeordnete Fernbedienung, die Basiskommandos und Automationen bündelt, während die Feinsteuerung weiterhin über die Herstellersoftware läuft.

Voraussetzungen und Update-Prozess

Die neue Matter-Funktionalität erreicht die unterstützten Roomba-Modelle per Over-the-Air-Update. Laut iRobot werden WLAN-fähige Roboter automatisch aktualisiert, sobald eine neue Firmware verfügbar ist, der Roboter auf seiner Basisstation steht und mit dem Internet verbunden ist. Der Download kann sich dabei über mehrere Stunden hinziehen; die eigentliche Installation ist in der Regel in wenigen Minuten abgeschlossen. User können den Firmware-Stand in der iRobot- beziehungsweise Roomba-App im Einstellungsbereich des jeweiligen Roboters einsehen.

Wer einen der genannten Roombas besitzt und Apple Home nutzen möchte, sollte daher zunächst prüfen, ob die neueste Software installiert ist. Erst danach erscheint in der App die Option zur Matter- beziehungsweise Apple-Home-Integration.

Technische Eckdaten Matter-/HomeKit-Update

  • Unterstützte Roomba-Modelle: Roomba Plus 500 Combo, Roomba Max 700 Vac, Roomba Max 700 Combo, Roomba Combo 10 Max.
  • Mindestanforderung Apple-Ökosystem: iOS bzw. iPadOS 18.4 oder neuer, eingerichteter Home-Hub (Apple TV oder HomePod) für Remote-Zugriff und Automationen.
  • Protokoll: Matter über WLAN, Integration in diverse Plattformen wie Apple Home, Google Home, Amazon Alexa, Samsung SmartThings und LG ThinQ über entsprechende Matter-Bridges.
  • Verteilung: OTA-Firmware-Update durch iRobot seit Dezember 2025, automatische Installation bei verbundenen Roombas.
Der Roomba Plus 505 Combo ist einer der Saugroboter, dem das Matter-Update verpasst wurde. Quelle: iRobot

Bankrott, Übernahme und die Frage nach der Zukunft

Die technische Erweiterung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem iRobot wirtschaftlich unter Druck steht. Das Unternehmen hat im Dezember 2025 in den USA Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt, nachdem die geplante Übernahme durch Amazon am Widerstand der Kartellbehörden gescheitert war. Parallel dazu wurde bekannt, dass iRobot an Shenzhen Picea Robotics verkauft werden soll, einen chinesischen Hersteller, der bereits als Fertigungspartner für Roomba-Geräte agiert und unter der Marke 3i eigene Haushaltsroboter anbietet.

Nach Angaben von iRobot soll die Übernahme bis Februar 2026 abgeschlossen sein. Der Hersteller betont, der Betrieb werde während des Verfahrens normal weiterlaufen; App-Funktionalität, Cloud-Dienste und Kundenprogramme sollen unverändert bereitstehen. Picea will Roomba als Marke fortführen und neue Modelle entwickeln, iRobot bliebe demnach als privates Unternehmen unter dem Dach des neuen Eigentümers erhalten.

Für bestehende Roomba-Besitzer ist die aktuelle Matter-Erweiterung ein gutes Signal: Trotz Insolvenzverfahren und Eigentümerwechsel fließen weiterhin Ressourcen in Software-Updates, Integration in offene Standards und in die Anbindung an Plattformen wie Apple Home. Gleichzeitig bleibt ein Restrisiko, wie langfristig der neue Eigentümer Infrastruktur und Update-Politik finanzieren wird – besonders mit Blick auf ältere Modelle, die aktuell nicht in den Genuss der Matter-Integration kommen.

Bedeutung für Apple-Roomba Nutzer

Für Smarthome-Haushalte schließt das Update eine spürbare Lücke: Die Robotersauger waren bislang nur über Umwege wie Apples Homebridge oder proprietäre Integrationen abbildbar. Mit Matter lassen sie sich nun direkt in Szenen und Automationen einbinden, etwa gekoppelt an An- und Abwesenheit, Zeitpläne oder Ereignisse wie das Aktivieren bestimmter Lampen. Wer einen der unterstützten Roombas besitzt, erhält damit eine deutlich engere Verzahnung mit dem restlichen Smart Home – ohne zusätzliche Bridges oder Bastellösungen.

Im breiteren Marktumfeld zeigt iRobots Schritt, wie stark der Druck durch Matter gewachsen ist. Konkurrenten wie Roborock, Ecovacs oder SwitchBot haben bereits Matter-Updates für zahlreiche Modelle angekündigt oder ausgeliefert; Apple listet in seinen Übersichten inzwischen eine wachsende Zahl kompatibler Roboterstaubsauger. iRobot kann es sich kaum leisten, in diesem Segment dauerhaft zurückzufallen, wenn Roomba als Marke sichtbar bleiben soll. Die aktuelle Erweiterung wirkt daher auch wie ein Signal an treue Bestandskunden, dass das Unternehmen, beziehungsweise der künftige Eigentümer, das Thema Plattformkompatibilität ernst nimmt.

Ein Wermutstropfen bleibt, dass bislang nur vier Modelle profitieren und Apple Home weiterhin nur einen Ausschnitt der Funktionsvielfalt moderner Saugroboter abbildet. Wer Wert auf fein abgestufte Reinigungspläne, umfangreiche Kartenverwaltung oder KI-Funktionen legt, wird weiterhin mit zwei Apps leben müssen. Für viele Alltagsanwendungen reicht die Matter-Integration jedoch aus, um den Roomba nahtlos in bestehende Smarthome-Szenarien zu integrieren.

Quellen und weiterführende Infos:

  1. iRobot – Matter Overview and FAQ’s (abgerufen am 31. Dezember 2025)
    https://homesupport.irobot.com/s/article/1606
  2. Apple – Home App (abgerufen am 31. Dezember 2025)
    https://www.apple.com/home-app/
  3. 9to5Mac – Roomba expands Matter and HomeKit support to more vacuums (abgerufen am 31. Dezember 2025)
    https://9to5mac.com/2025/12/29/roomba-expands-matter-and-homekit-support-to-more-vacuums/
  4. Notebookcheck – Vier iRobot Roomba Saugroboter können nach Update über Apple Home, Alexa und Co. gesteuert werden (abgerufen am 31. Dezember 2025)
    https://www.notebookcheck.com/Vier-iRobot-Roomba-Saugroboter-koennen-nach-Update-ueber-Apple-Home-Alexa-und-Co-gesteuert-werden.1193948.0.html

Bernd verbindet als Smart Home Redakteur technisches Know-how mit einem feinen Gespür für Innovationen und Trends. In seinen fundierten Artikeln liefert er praxisnahe Tipps und erklärt, wie das vernetzte Zuhause intelligent und komfortabel gestaltet werden kann.