Switchbot CES 2026
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SwitchBot präsentiert seine Smart Home 2.0 Vision auf der CES 2026

Auf der CES 2026 in Las Vegas zeigt SwitchBot, wie sich das eigene Ökosystem vom Retrofit-Helfer zum Smart Home 2.0 mit verkörperter KI entwickeln soll. Unter dem Motto „The home that thinks, feels and acts“ präsentiert der Hersteller den KI-gesteuerten Haushaltsroboter onero H1, die biometrische Türschloss-Serie Lock Vision, den tragbaren Assistenten AI MindClip sowie eine neue Wetterstation und das OBBOTO-Pixellight. Alle Geräte sind aufeinander abgestimmt und sollen vom Türzugang über Haushaltstätigkeiten bis zur Informationsanzeige zusammenarbeiten. Die Produkte sind während der CES am Stand in der Venetian Expo zu sehen, Vorbestellungen sollen zunächst über die SwitchBot-Webseite starten, ein konkreter Start für den EU-Markt steht noch aus.

SwitchBot nutzt die CES 2026, um die eigene Vision eines Smart Home 2.0 zu schärfen. Statt isolierter Einzelgeräte sollen KI, Robotik und Komfortfunktionen enger zusammenspielen und ein Zuhause formen, das Situationen erkennt und eigenständig reagiert. Der Hersteller betont, dass neue Produkte wie onero H1 mit anderen Komponenten des SwitchBot-Ökosystems interagieren können, etwa mit Fensteröffnern, Reinigungsmodulen oder Sensorstationen. So soll aus der Summe der Geräte ein koordiniertes System entstehen, das nicht mehr nur auf Sprachbefehle oder App-Tipps wartet, sondern Umgebung, Routine und Zustände aktiv einbezieht.

Herzstück dieser Strategie ist die Verlagerung von Intelligenz in die Geräte selbst. Statt alle Entscheidungen in der Cloud zu treffen, setzt SwitchBot beim Haushaltsroboter auf ein On-Device-Modell, das die Umgebung lokal analysiert. In Kombination mit Sensorik für Bild, Tiefe und Berührung soll dies nicht nur Latenzen reduzieren, sondern auch neue Anwendungsfälle ermöglichen, bei denen spontane Aufgaben oder unvorhergesehene Situationen gemeistert werden müssen.

Onero H1: Haushaltsroboter mit 22 Freiheitsgraden und On-Device-KI

Im Mittelpunkt des Messeauftritts steht der neue Haushaltsroboter onero H1. Er markiert laut SwitchBot den Schritt von spezialisierten Einzelgeräten hin zu einem adaptiven Multitalent für den Haushalt. Angetrieben wird das Robotik-System von einem Omnisense-VLA-Modell, das direkt auf dem Gerät läuft und damit ohne permanente Cloud-Anbindung auskommt. Zusammen mit 22 Freiheitsgraden soll der Roboter seine Umgebung in drei Dimensionen erfassen, Objekte erkennen und deren Zustand einschätzen können.

Switchbots onero H1 kann seine Umgebung in 3D erfassen und Objektzustände einordnen. Quelle: Switchbot

Die Kombination aus visueller Wahrnehmung, Tiefenerfassung und taktiler Rückmeldung ermöglicht es onero H1, Türen zu öffnen, Gegenstände zu greifen, zu schieben oder zu sortieren und sich Schritt für Schritt an neue Aufgaben heranzutasten. Jede Interaktion dient als Trainingsmaterial, damit der Roboter seine Strategien weiter verfeinert. Parallel kommuniziert das System mit anderen SwitchBot-Geräten im Haushalt: Fenster können automatisch geöffnet werden, wenn gelüftet werden soll, Sensorstationen liefern Kontextdaten zur Luftqualität, und Reinigungsmodule lassen sich einbeziehen, wenn der Roboter bestimmte Zonen vorbereiten oder nachbearbeiten soll.

Für die Interaktion mit der Umgebung bietet SwitchBot modulare Roboterarme A1, die sich am onero H1 anbringen lassen und unterschiedliche Greif- und Bedienaufgaben übernehmen können. Besucherinnen und Besucher der CES können das System am Stand live erleben; kurze Zeit später sollen Vorbestellungen über die SwitchBot-Webseite starten. Wie hoch die Einstiegspreise ausfallen und in welchen Konfigurationen der Roboter letztlich in Europa angeboten wird, ist derzeit noch offen.

Lock Vision: Biometrisches Türschloss mit 3D-Gesichtserkennung und Handvenen-Scan

Mit der neuen Lock-Vision-Serie adressiert SwitchBot den Sicherheitsbereich und spricht von verkörperten Security-Systemen. Kernstück ist ein Türschloss, das über mehr als 2000 Infrarot-Projektionspunkte ein präzises 3D-Modell des Gesichts erstellt und den Zugang innerhalb von Millisekunden freigibt. Die 3D-Liveness-Erkennung soll verhindern, dass sich das System durch Fotos oder Videos täuschen lässt und damit typische Angriffsvektoren klassischer Gesichtserkennung blocken.

Mit der Lock-Vision Serie werden 3D-Modelle von Gesichtern erstellt um den Zugang zu regeln. Quelle: Switchbot

Die Variante Lock Vision Pro geht noch einen Schritt weiter und ergänzt die Gesichtserkennung um eine Handvenen-Erkennung auf Basis von Nah-Infrarot-Sensorik. Diese Technik soll auch dann zuverlässig arbeiten, wenn Hände nass, schmutzig oder anderweitig schwer erfassbar sind. Alle biometrischen Daten werden laut SwitchBot lokal gespeichert, sodass weder Gesichtsscans noch Venenmuster in externe Clouds wandern. Über Matter-over-Wi-Fi können die Schlösser direkt in Apple Home eingebunden werden, ohne dass ein zusätzlicher Hub erforderlich ist.

SwitchBot versteht die Lock-Vision-Produkte als Sicherheitskomponenten, die Situationen antizipieren statt nur auf klassische Öffnungsbefehle zu reagieren. Denkbar sind Szenarien, in denen das Schloss Bewohner erkennt, das Haus vorbereitet und gleichzeitig sicherstellt, dass Unbefugte auch bei physischem Zugriff auf das Eingangsbereichsgerät draußen bleiben.

AI MindClip, Wetterstation und OBBOTO: KI-Assistent und Ambient-Displays

Neben Robotik und Zugangskontrolle wagt SwitchBot auf der CES den Schritt in Richtung tragbare KI. Der AI MindClip ist ein nur 18 Gramm leichtes Wearable, das als persönlicher Sprachassistent fungiert. Er wird an Kleidung oder Accessoires befestigt und zeichnet Gespräche, Meetings und spontane Einfälle über den Tag hinweg auf. Anschließend erzeugt eine Cloud-Auswertung strukturierte Notizen, To-do-Listen und eine durchsuchbare Wissensdatenbank – gedacht als zweites Gehirn, das Informationsflut und kognitive Last im Alltag reduzieren soll.

Acemate soll neuer Trainingspartner auf dem Tennisplatz werden. Quelle Switchbot

Ergänzend dazu wird SwitchBot eine neue Wetterstation mit 7,5-Zoll-E-Ink-Display vorstellen. Sie bündelt Wetterdaten, Luftqualitätsinformationen und Kalenderhinweise auf einer stromsparenden Anzeige, die sich auch aus größerer Entfernung gut ablesen lässt. Für Smarthome-Szenarien ist das Gerät interessant, weil es die typischen unsichtbaren Messwerte aus Sensoren in eine ständig sichtbare Statusanzeige übersetzt und damit sowohl Menschen als auch Automationen eine einheitliche Datengrundlage liefert.

MIt knapp 3000 LEDs werden Pixelgrafiken auf dem OBBOTO dargestellt. Quelle: Switchbot

Das OBBOTO-Pixellight bildet die spielerische Seite des neuen Portfolios. Über mehr als 2900 RGB-LEDs erzeugt die Kugelleuchte Pixelgrafiken und Animationen, kombiniert mit Bewegungserkennung und KI-generierten Effekten. Je nach Stimmung, Musik oder Tageszeit sollen sich Muster und Lichtstimmungen dynamisch anpassen und so eine visuelle Rückmeldung über Umgebungszustand, Wetter oder Benachrichtigungen geben. Abgerundet wird die Präsentation von Acemate, einem KI-basierten Tennisroboter, der laut SwitchBot als Trainingspartner fungiert und Schlagverhalten analysiert.

Vom Retrofit-Smart-Home zur verkörperten KI

SwitchBot war bislang vor allem für Retrofit-Lösungen wie Taster-Bots, Vorhangmotoren und Sensorik bekannt, mit denen sich bestehende Haushaltsgeräte ohne großen Umbau vernetzen lassen. Mit dem Auftritt auf der CES 2026 verschiebt der Hersteller den Schwerpunkt deutlich in Richtung verkörperter KI – also Systeme, die im Raum präsent sind, ihre Umgebung physisch verändern und nicht nur digitale Abläufe steuern. Onero H1 steht hier sinnbildlich für den Sprung von spezialisierten Robotern hin zu einem Allround-Helfer, der unterschiedliche Aufgabenphasen, vom Öffnen eines Schranks bis zur Übergabe an andere Geräte, koordinieren soll.

Die Lock-Vision-Serie zeigt parallel, dass SwitchBot biometrische Sicherheit nicht nur als App-Funktion, sondern als eigenständige Hardware-Plattform versteht. Die Kombination aus 3D-Gesichtserkennung, Liveness-Checks und optionalem Handvenen-Scan positioniert das System klar im Premiumsegment, gleichzeitig sollen Matter-over-Wi-Fi und lokale Datenspeicherung typische Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Plattformbindung adressieren. Für Smart-Home-Anwenderinnen und -Anwender ist vor allem spannend, wie nahtlos sich solche Schlösser in Automationswelten rund um An- und Abwesenheit, Zutrittsrechte oder Szenen für Gäste integrieren lassen.

Mit AI MindClip, Wetterstation und OBBOTO weitet SwitchBot das Thema Smart Home 2.0 außerdem auf tragbare und ambientenbezogene Interfaces aus. Der MindClip greift Konzepte digitaler Gedächtnisse und KI-Protokolle auf, die Nutzung erfordert allerdings ein hohes Vertrauen in Datenspeicherung und Auswertung. Die Wetterstation und das Pixellight übersetzen Datenströme aus Sensoren und Diensten in visuelle Hinweise, die sich nicht nur automatisieren, sondern auch intuitiv wahrnehmen lassen. Wie schnell und in welchem Umfang diese Produkte in Europa verfügbar sein werden, bleibt abzuwarten.

Quellen und weiterführende Infos:

  1. SwitchBot – Events | CES 2026 (abgerufen am 4. Januar 2026)
    https://eu.switch-bot.com/de/pages/events-ces-2026
  2. Basic Tutorials – SwitchBot presents Smart Home 2.0 with AI-powered robotics at CES 2026 (abgerufen am 4. Januar 2026)
    https://basic-tutorials.com/news/switchbot-presents-smart-home-2-0-with-ai-powered-robotics-at-ces-2026/
  3. T3 – Watch out LG! SwitchBot just unveiled its very own household robot (abgerufen am 4. Januar 2026)
    https://www.t3.com/home-living/smart-home/watch-out-lg-switchbot-just-unveiled-its-very-own-household-robot
  4. Mighty Gadget – SwitchBot showcases Smart Home 2.0 vision at CES 2026 (abgerufen am 4. Januar 2026)
    https://mightygadget.co.uk/switchbot-showcases-smart-home-2-0-vision-at-ces-2026/
  5. Beyond Pixels – SwitchBot onero H1: Der erschwinglichste KI-Haushaltsroboter (abgerufen am 4. Januar 2026)
    https://www.beyondpixels.de/switchbot-onero-h1-der-erschwinglichste-ki-haushaltsroboter/

Bernd verbindet als Smart Home Redakteur technisches Know-how mit einem feinen Gespür für Innovationen und Trends. In seinen fundierten Artikeln liefert er praxisnahe Tipps und erklärt, wie das vernetzte Zuhause intelligent und komfortabel gestaltet werden kann.