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Hive zieht den Stecker: Smarte Sicherheitssysteme gehen dauerhaft offline

Am 1. August 2025 endete still und leise die Geschichte eines der bekanntesten Smart-Home-Sicherheitssysteme Europas. Hive, einst Großbritanniens Hoffnungsträger für einfache, vernetzte Haussicherheit, hat sämtliche Sicherheitsprodukte aus dem Verkehr gezogen. Kameras, Sensoren, Sirenen – alles offline. Für viele Nutzerinnen und Nutzer bedeutet das: Ihre einst teuren Geräte sind heute nichts weiter als dekorativer Elektroschrott. Was steckt wirklich hinter dem Aus? Und was verrät dieser Fall über die Schattenseiten smarter Technik?

Geräte ohne Zukunft: Was genau abgeschaltet wurde

Die Liste ist lang: Hive View Kameras (innen und außen), Bewegungsmelder, Tür- und Fenstersensoren sowie die Hive Siren – all diese Produkte wurden am 1. August 2025 deaktiviert. Nutzer erhalten keine Benachrichtigungen mehr, können keine Livestreams aufrufen, keine Aufnahmen speichern, keine Automationen nutzen. Was bleibt, sind Gehäuse mit Elektronik, die ohne Anbindung an die Hive-Cloud keinerlei Funktion mehr bieten. Ein besonders bitterer Beigeschmack: Viele dieser Geräte wurden erst in den letzten Jahren verkauft.

Die Abhängigkeit von der Hive-Cloud macht jedes Backup unmöglich. Wer seine Aufnahmen oder Konfigurationen nicht rechtzeitig exportiert hat, steht nun im Dunkeln. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Strategie statt Störung

Die Abschaltung ist keine Folge eines technischen Fehlers oder eines Cyberangriffs. Sie ist gewollt. Hinter dem Schritt steht die strategische Neuausrichtung des Mutterkonzerns Centrica. Das Unternehmen will sich künftig auf smarte Energieprodukte wie Heizungssteuerungen und Stromsparlösungen konzentrieren. Sicherheitstechnik sei nicht mehr Teil der Zukunftsplanung, so heißt es in der nüchternen Pressemitteilung.

Tatsächlich zeichnete sich das Ende bereits seit Längerem ab. Der Verkauf von Hive-Sicherheitsprodukten wurde bereits 2021 eingestellt. Doch dass nun alle Dienste radikal abgeschaltet wurden, überrascht dennoch viele. Der Zeitpunkt – mitten im Sommer, ohne große Vorwarnung – wirkt auf manche fast schon taktisch. Schließlich ist die Empörung im Urlaubsmodus oft gedämpfter.

Reaktionen aus der Community: Enttäuschung, Frust, Wut

Wer sich durch Reddit-Threads oder Facebook-Gruppen scrollt, liest Kommentare wie: „Ich habe über 500 Euro in das System gesteckt, und jetzt ist es einfach aus“ oder „Nie wieder ein System ohne lokale Speicherung“. Der emotionale Ton ist nachvollziehbar. Denn Hive versprach einst einfache Sicherheit, ganz ohne Technikstress. Nun bleibt von dieser Vision wenig übrig.

Besonders hart trifft es Nutzerinnen und Nutzer, die das System im Rahmen eines Neubaus oder Umzugs fest in ihre Planung integriert haben. Für sie bedeutet der Wegfall nicht nur Frust, sondern auch zusätzliche Kosten. Denn Ersatz muss her – oft kurzfristig und nicht immer günstig.

Gibt es Alternativen?

Die gute Nachricht: Der Markt für Smart-Home-Sicherheit ist vielfältiger denn je. Anbieter wie Eufy* (Anker), Arlo, Netatmo oder TP-Link Tapo bieten Kameras mit lokaler Speicherung und transparenten Geschäftsmodellen. Auch die Open-Source-Variante Home Assistant gewinnt an Zuspruch – gerade bei technikaffinen Nutzerinnen und Nutzern, die sich nicht erneut abhängig machen wollen.

Zuletzt aktualisiert am 28. August 2025 um 1:41 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

Wichtig ist: Wer jetzt umsteigt, sollte gezielt auf Produkte achten, die auch ohne Cloud-Anbindung funktionieren oder deren Hersteller langfristigen Support zusichert. Denn klar ist: Hive ist nicht der erste Anbieter, der seine Plattform einstellt – und wird sicher nicht der letzte sein.

Was der Fall für die Branche bedeutet

Der Hive-Rückzug ist ein Alarmsignal für die gesamte Smart-Home-Industrie. Wenn Geräte ohne Cloud ihre Funktion verlieren, stellt sich zwangsläufig die Frage nach ihrer tatsächlichen Eigentümerschaft. Gehört das Gerät wirklich dem Käufer – oder bleibt es letztlich an den Servern des Herstellers gebunden?

Zudem wird einmal mehr deutlich: Vertrauen ist die eigentliche Währung im digitalen Zuhause. Wer Nutzerinnen und Nutzer an sich binden will, muss transparent kommunizieren, Updates garantieren und im Idealfall Alternativen bieten, falls eine Plattform eingestellt wird.


Hive hat mit dieser Entscheidung nicht nur Produkte abgeschaltet, sondern auch Vertrauen verloren. Der Fall zeigt, wie abhängig smarte Systeme von den Geschäftsmodellen ihrer Anbieter sind – und wie schnell sich ein vernetztes Zuhause in einen digitalen Flickenteppich verwandeln kann.

Unser Rat: Augen auf beim Smart-Home-Kauf. Achte auf lokale Speichermöglichkeiten, offene Schnittstellen und eine klare Update-Politik. Denn Sicherheit beginnt nicht bei der Kamera – sondern beim Hersteller.

Quellen und weiterführende Infos:

  1. Hive Home Can I still use my products? (abgerufen 05. August 2025)
    https://www.hivehome.com/ie/product-news
  2. The VergeHive’s abandoned smart home devices will cease operation starting … (abgerufen 05. August 2025)
    https://www.theverge.com/2022/7/12/23205004/hive-security-camera-smart-home-discontinued-2023-2025
  3. MoneySavingExpertHive to remotely switch off certain cameras and smart devices by 2025 including three this year – here are your rights (abgerufen 05. August 2025)
    https://www.moneysavingexpert.com/news/2023/08/hive-axe-cameras-smart-devices-consumer-rights/
  4. Which?Hive security cameras and Homeshield to be discontinued: what you need to know (abgerufen 05. August 2025)
    https://www.which.co.uk/news/article/hive-security-cameras-and-homeshield-to-be-discontinued-what-you-need-to-know-atjBm5H1PIqW
  5. Reddit – Hive is going to discontinue their smart security products and features (abgerufen 05. August 2025)
    https://www.reddit.com/r/HiveHeating/comments/vwg92w/hive_is_going_to_discontinue_their_smart_security/?utm_source=chatgpt.com

Bernd verbindet als Smart Home Redakteur technisches Know-how mit einem feinen Gespür für Innovationen und Trends. In seinen fundierten Artikeln liefert er praxisnahe Tipps und erklärt, wie das vernetzte Zuhause intelligent und komfortabel gestaltet werden kann.