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Google-Nest-Krise 2025: Wenn das Smart Home plötzlich nicht mehr smart ist

Bereits seit Anfang 2025 häufen sich weltweit Berichte, dass Smart-Home-Geräte von Google, insbesondere aus der Nest-Reihe, plötzlich nicht mehr richtig funktionieren. Nutzer beschweren sich über „Geisteraktionen“, verzögerte Reaktionen oder gar komplette Ausfälle von Thermostaten, Kameras, Klingeln oder Sprachbefehlen. Auf Plattformen wie Reddit, Twitter oder Google-Foren wird der Frust laut. Der Eindruck: Das einst vernetzte Zuhause ist plötzlich nicht mehr zuverlässig.

Was genau ist passiert?

In vielen Haushalten reagieren die Nest-Thermostate nicht mehr auf Zeitpläne oder Sprachbefehle. Einige Nutzer berichten sogar, dass sich die Temperatur mitten in der Nacht ändert oder dass der Thermostat völlig ausfällt. Auch Kameras und Türklingeln sollen verzögert oder gar nicht mehr auf Bewegungen reagieren.

Besonders problematisch: Die Geräte scheinen sporadisch zu funktionieren. Mal klappt ein Sprachbefehl über Google Assistant, dann wieder nicht. Einige sprechen von einem „Zustand zwischen Offline und Online“.

Google reagiert

Google hat die Probleme inzwischen bestätigt. In einem offiziellen Statement heißt es, dass man an einer Lösung arbeite und das Nutzererlebnis schnellstmöglich stabilisieren wolle. Ein konkreter Zeitplan für einen Fix wurde aber bisher nicht genannt. Die vagen Aussagen sorgen allerdings bei vielen Nutzerinnen und Nutzern für noch mehr Unmut. Manche Nutzer haben bereits ihre Geräte aus dem System entfernt oder ganz verkauft haben. In sozialen Medien fordern Betroffene teilweise eine Entschuldigung oder gar eine Entschädigung.

Sammelklage in den USA

Fachportale wie TechRadar und AndroidCentral sprechen von der „schwersten Vertrauenskrise für Googles Smart-Home-System seit Jahren“. Es sei unklar, ob die Probleme mit Software-Updates, Serverlast oder einem grundlegenden Umbau im Google-Home-System zusammenhängen. Besonders kritisch wird bewertet, dass Google in den letzten Jahren mehrfach Systeme umgestellt hat (von Works with Nest über Google Home zur Matter-Integration). Die ständigen Wechsel erschweren eine stabile Gerätevernetzung und führen zu Fragmentierung.

Die US-Kanzlei Kaplan Gore bereitet derzeit eine mögliche Sammelklage (Class Action) gegen Google vor. Grund: Viele Nutzer hätten Geräte im Vertrauen auf ihre Funktionalität gekauft. Wenn diese nun nicht mehr wie versprochen arbeiten, könnte das als Vertragsbruch gewertet werden.

Noch ist unklar, ob die Klage tatsächlich eingereicht wird. Aber sie zeigt: Die Geduld vieler Kunden ist am Ende.

Warum ist das so ein großes Thema?

Smart-Home-Systeme wie Nest haben viele Funktionen, die direkt mit unserem Alltag zu tun haben:

  • Sie regeln die Temperatur, auch wenn niemand zu Hause ist.
  • Sie überwachen Eingänge und informieren bei Bewegung.
  • Sie reagieren auf Sprachbefehle oder Automationen.

Wenn diese Funktionen plötzlich nicht mehr zuverlässig arbeiten, betrifft das nicht nur Komfort, sondern auch Sicherheit und Energieverbrauch. Ein Thermostat, das plötzlich heizt, obwohl niemand da ist, kann hohe Kosten verursachen. Eine Kamera, die keine Bewegung mehr meldet, verfehlt ihren Zweck.

Das können Google Home Nutzer jetzt tun

Wer aktuell Probleme mit Google Nest oder Google Home erlebt, hat leider nur begrenzte Optionen:

  1. Updates prüfen: Sicherstellen, dass alle Apps und Geräte auf dem neuesten Stand sind.
  2. Neu starten: Viele Probleme lassen sich (zumindest vorübergehend) durch einen Neustart der Geräte lösen.
  3. Feedback geben: In der Google Home App gibt es die Möglichkeit, Fehler direkt zu melden.
  4. Workarounds nutzen: Manche Nutzer berichten, dass die Weboberfläche oder Routinen mit festen Uhrzeiten noch funktionieren.
  5. Wechsel prüfen: Wer langfristig unzufrieden ist, kann über Alternativen wie Home Assistant, Apple Home oder Alexa nachdenken.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Die Nest-Krise zeigt deutlich: Smart Home ist nicht nur Technik, sondern auch eine Frage des Vertrauens. Wenn Systeme nicht zuverlässig funktionieren, verlieren Menschen das Vertrauen – und steigen aus. Ein dauerhaft vernetztes Zuhause braucht Stabilität. Wenn Nutzer plötzlich das Gefühl haben, sie könnten sich auf ihr Zuhause nicht mehr verlassen, gerät das ganze Konzept ins Wanken.

Google steht jetzt unter Druck. Das Unternehmen muss nicht nur die technischen Probleme lösen, sondern auch kommunikativ verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. Und vielleicht muss man sich auch fragen, ob ein so großes Unternehmen wie Google langfristig der richtige Partner für den sensiblen Bereich Wohnen ist.

Krise mit Ansage

Die aktuellen Probleme mit Nest und Google Home kommen für viele nicht ganz überraschend. In der Vergangenheit gab es bereits mehrfach Umstellungen, fehlende Transparenz und abrupte Feature-Abschaltungen. Doch diesmal ist die Dimension größer.

Wenn Google die Lage nicht schnell und nachhaltig in den Griff bekommt, könnte das der Anfang vom Ende für viele Nutzerbeziehungen sein. Wer sein Zuhause vernetzt, will nicht basteln oder zweifeln – sondern sich auf Funktionalität verlassen. Genau das steht aktuell auf dem Spiel.

Quellen und weiterführende Infos:

  1. Tom’s GuideGoogle apologizes and promises ‚major improvements‘ in response to Home speaker debacle (abgerufen 04. August 2025)
    https://www.tomsguide.com/home/smart-home/google-apologizes-and-promises-major-improvements-in-response-to-home-speaker-debacle
  2. TechRadarThe Google Home crisis deepens as users report full meltdown – and a lawsuit could be on the way (abgerufen 04. August 2025)
    https://www.techradar.com/home/smart-home/the-google-home-crisis-deepens-as-users-report-full-meltdown-and-a-lawsuit-could-be-on-the-way
  3. KiplingerGoogle Smart Home Devices Are Glitching and Users Are Frustrated (abgerufen 04. August 2025)
    https://www.kiplinger.com/personal-finance/home/google-smart-home-devices-are-glitching
  4. Tech Issues TodayA potential class action lawsuit is brewing over recent Google Home glitches (abgerufen 04. August 2025)
    https://techissuestoday.com/potential-class-action-lawsuit-google-home-glitches/

Bernd verbindet als Smart Home Redakteur technisches Know-how mit einem feinen Gespür für Innovationen und Trends. In seinen fundierten Artikeln liefert er praxisnahe Tipps und erklärt, wie das vernetzte Zuhause intelligent und komfortabel gestaltet werden kann.